Großer Anklang bei der Tour

An die 90 Personen lauschten bei der letzten Geheimen Ecken-Tour Herrn Bürgermeister Achim Beck und kamen mit auf unsere besondere Entdeckungsreise quer durch Niedernhall.
Los ging es im Kelterhof mit einer kleinen Begrüßung und einem Glas Secco „Distelfink“.
Hier erfuhren die Teilnehmer, dass die Kinderschule – früher untergebracht im Rathaus – ursprünglich einmal im Hofe der unteren Kelter eingerichtet werden sollte.
Weiter ging es zum Kindermutterhaus, das extra für die Geheime Ecken-Tour geöffnet wurde und von innen besichtigt werden konnte. In diesem kleinen Häuschen an der Stadtmauer wohnte die Kindermutter Marie Seez.

In ihrer Jugendzeit lebten hier zwei Familien mit insgesamt 18 Personen, die je 1 Zimmer hatten, die dazwischen liegende Küche musste gemeinsam benutzt werden. Aber damit nicht genug. Die im Erdgeschoß (in Ställen) untergebrachten Ziegen mussten bei den jährlich mehrmals stattfindenden Hochwassern, damit sie nicht ertranken, tagelang, oft bis zu einer Woche, in das einzige bis zu 10 Personen belegte Familienzimmer genommen werden.
Am Rathaus erfuhren die Besucher wo sich das Narrenhäuschen im 18. Jahrhundert befand, in dem mit Stroh ausgelegten engen Raum wurden kurzfristige Haftstrafen verbüßt.
Nicht unerwähnt blieb der Schatzfund in der Hauptstraße. 1909 wurde im Kaufladen von Albert Bürkhardt-Ehrmann eine Geldrolle mit 109 Stück Silber-
münzen bayrischer, österreichischer, württembergischer und badischer Währung gefunden.
Die Zuhörer erfuhren viel Hörenswertes über die Hochzeitskulturen, die Bettelsitze und Almosengaben im Stadtgebiet und selbst Kind und Haushalt waren Themen die allesamt interessante Botschaften aus der Vergangenheit enthielten.
Lauschen konnte man auch den Klängen von Johann Gottfried Arnold. Ein Musiker der am 1. Februar 1773 geboren wurde und in Niedernhall lebte. Da die Gesellschaft für Musikgeschichte von Baden-Württemberg momentan an einem weiteren Band über Johann Gottfried Arnold arbeitet, wird er vielleicht in den nächsten Jahren noch berühmter werden.
Die letzte Station der Geheimen Ecken-Tour war die älteste Scheune in Niedernhall. Sie stammt aus der Zeit vor 1550 und steht in der Pfarrgasse 35.
Zum Abschluss wurde noch das Rätsel um den Badeschwamm aufgelöst, der früher gute Sänger bescherte.
Dies sorgte für viel Freude und langsam ließ man den schönen Abend in der Scheune ausklingen.
Wir bedanken uns bei allen Besuchern unserer Tour „Geheime Distelfinken-Ecken in Niedernhall“.
Es waren insgesamt drei wunderbare Ausflüge in die Vergangenheit von Niedernhall.